Das Baujahr der Maschine ist 1970. Im Laufe der Zeit wurde eine zusätzliche Steuerung installiert, die Pneumatikventile getauscht und das Nockenschaltwerk erneuert. Da nichts mehr richtig funktionierte wurde die Maschine zuletzt so betrieben, dass die Ventile für Bremse, Zusatzbremse und Kupplung direkt angsteuert wurden.

Maschine vor der Umrüstung

Maschine vor der Umrüstung

 

Betrieb mit zwei Fußpedalen und direkter Ventilansteuerung

Betrieb mit zwei Fußpedalen und direkter Ventilansteuerung

 

Abgesehen davon, dass es unter Sicherheitsaspekten unzulässig ist, hat das Ganze auch den Nachteil, dass die Maschine irgendwo und nicht im oberen Totpunkt anhält.

Der Betreiber wollte erst eine Reparatur, die aber unmöglich war, dadurch, dass auch eine reparierte Steuerung nicht sicher gewesen wäre und die Komponenten in einem Zusatnd waren, der eher nicht reparabel war.

Die Umrüstung sollte möglichst kostengünstig erfolgen.

  • Der Schaltschrank wurde erneuert (Sicherheitsteuerung, PLe, sichere Auswertung des Nockenschaltwerkes, sichere Ventilansteuerung, nur zwei Betriebsarten)
  • Das Zweihandpult wurde vom Betreiber umgebaut und mit neuen Bedienelementen versehen
  • Die Stößelabdeckung vorn wird überwacht.
Maschine nach dem Umbau

Maschine nach dem Umbau

 

Fast leerer Schaltschrank

Fast leerer Schaltschrank

 

Insgesamt eine einfache und relativ kostengünstige Lösung, die den Erfordernissen des Betreibers und den geltenden Sicherheitsbestimmungen entspricht.  Die Umbauzeit betrug 4 Tage.

 

Umrüstung Exzenterpressen

Exzenterpressen sind langlebige Maschinen. Ich kenne einige Maschinen aus den 50ern, die immer noch funktionieren und betrieben werden. Derart alte Maschinen verfügen in der Regel nur über einen Netzanschluß und eine mechanisch direkt angesteuerte Drehkeilkupplung. Jede Form von sicherer Steuerung ist hier unmöglich. Der Betrieb ist nur bei vollständiger Einhausung bzw. sicheren Werkzeugen zulässig. Und das auch nur unter der Bedingung, dass der Haupschalter Nothaltfunktion hat, was selten der Fall ist.
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Exzenterpressen späteren Baujahres verfügen über ein Doppelspulenventil zur Ansteuerung eines Bremskupplungssystems. Der Schaltschrank enthält  häufig Sicherheitskomponenten, die aus den Anfängen der Maschinensicherheit stammen (z.B. von Starkstrom Gummersbach, veraltete Zweihandbausteine). Bei Ausfällen sind diese Bausteine nicht einfach ersetzbar. Die Schaltschränke entsprechen oft  nicht den Anforderungen an die elektrische Sicherheit und sehen -altersbedingt- so oder ähnlich aus.

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Die Steuerung einer Exzenterpresse lässt sich mit überschaubarem Aufwand erneuern. Ich mache das, in dem ich den Schaltschrank ersetzte und die Presse mit einem Pnoz-multi -einer kleinen, programmierbaren Sicherheitssteuerung von Pilz- betreibe. Damit ist die Betriebssicherheit deutlich verbessert, der Betreiber hat  im Fehlerfall einen aktuellen Schaltplan und den Sicherheitsanforderungen der DIN EN 692 ist steuerungsseitig Genüge getan.

Ein Steuerungsumbau „auf Funktion“ ist bei mechanischen Pressen unzulässig, da sie wie oben erwähnt eine eigene C-Norm haben, die Kategorie 4 bzw. PLe – d.h. das höchste Sicherheitslevel- für die Steuerung- fordert. Fragen Sie mich gern nach einem Angebot.

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Zertifizierter Experte für Maschinensicherheit

PrintCMSE. Certified Machinery Safety Expert. Klingt schön, vielleicht etwas dick aufgetragen. Bin ich dennoch gern.

Es gibt -bzw. es gab- im Bereich Maschinensicherheit keinen eindeutigen Qualifikationsnachweis. Man hangelt sich durch Produktschulungen von Sicherheitskomponentenherstellern, besucht Lehrgänge zu Normen, bzw. Normänderungen hat aber nie etwas Finales in den Händen, was eindeutig belegt, dass man qualifiziert ist.

Auf der einen Seite gibt es Unternehmen, die einen Ölwechsel an einer Presse durchführen und die jährliche Prüfung „gleich mitmachen“ – mit dem entsprechenden Ergebnis. Auf der anderen Seite sind die großen Unternehmen wie Sick und Pilz, die zertifiziert und sogar akkreditiert sind, und die die Qualifikation ihrer Mitarbeiter nachweisen können.

Maschinensicherheit ist ein komplexes und dynamisches Thema. Es gibt alles nur denkbare im Markt. Maschinenhersteller, die Maschinen -meist zu günstigen Preisen- auf den europäischen Markt bringen, die nicht normkonform gebaut worden sind, dieses aber per CE erklären. Prüfer, die auf alles eine Plakette kleben, ohne sich von der geltenden Normenlage verwirren zu lassen. Betreiber, die meinen, Altmaschinen ohne nennenswerte Sicherheit betreiben zu dürfen, weil es ja schließlich Bestandsschutz gäbe und noch nie etwas passiert sei.

Daraus resultieren dann Diskussionen mit den Betreibern, in denen dann oft die Frage nach meiner Qualifikation auftaucht. „An der Maschine wurde noch nie etwas bemängelt“. „Die Maschine hat doch CE“. „Die BG hat bei der letzten Begehung nichts gesagt“.  Solche Gespräche sind Ausnahmen. In großen Unternehmen, in denen es ein funktionierendes Sicherheitsmanagement gibt, kommmen sie fast nie vor.

Um mich hier besser zu positionieren, habe ich mich entschieden CMSE zu werden.

Ich wollte den Lehrgang schon in den Vorjahren gemacht haben, aber es passte zeitlich nie. Das Thema ist -wie gesagt- umfangreich, der Lehrgang ist kurz und sehr inhaltsreich. Pilz nennt das sportlich. Der Fussball Bundesliga Liveticker TÜV will in der einstündigen Prüfung 32 von 40 Fragen richtig beatwortet sehen, 80%. Und man muss, um überhaupt zugelassen zu werden, eine entsprechende Vorqualifikation aufweisen. Dafür gehöre ich jetzt zu den ca. 1000 CMSEs weltweit und könnte Unternehmen in China oder Brasilien in puncto Maschinensicherheit beraten. Belassen wir es mal beim Konjunktiv.

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Umrüstung einer Einzylinderpresse

In 2013 habe ich im Auftrag der innerbetrieblichen Fachkraft für Arbeitssicherheit in Verbindung mit Gefährdungsanalysen eine Sicherheitsprüfung an der abgebildeten Presse durchgeführt. Die Maschine verfügte über keinerlei Arbeitsraumabsicherung oder eine benutzbare Fingerschutzmaßnahme.

Maschine vor der Umrüstung

 

Weiterhin entsprach die Steuerung nicht den geltenden Sicherheitsvorschriften für Pressen.

Schaltschrank vor der Umrüstung

In 2014 wurde nach Absprache der Vorgehensweise vom Betreiber eine BWS und eine überwachte Schutzür installiert und durch mich die Steuerung durch ein PNOZmulti ersetzt.
Die Ausfallzeit für die Umrüstung betrug 6 Tage und die Kosten waren durch die geteilten Aufgaben überschaubar. Die Steuerung und die neu erstellte Dokumentation ermöglichen eine deutlich schnellere Fehlerdiagnose und verkürzen ggf. Reparaturzeiten. Auch dadurch, dass sich wesentlich weniger, neue und funktionsstabilere Komponenten im Schaltschrank befinden.

Schaltschrank nach dem Umbau

 

Lichtvorhang zur Absicherung des forderen Arbeitsbereiches

 

Gesamte Bereichsabsicherung

 

Mehr als acht Wochen war ich in 2014 damit beschäftigt, Maschinen außer Betrieb zu nehmen zu demontieren und zu verlagern. Es handelte sich um Schwenkbiegemaschinen, Gesenkbiegepressen, Tafelscheren, Kleincoilanlagen, aber auch -für mein Unternehmen untypisch- um Krane.

Bei den ersten drei Maschinentypen ist es nicht damit getan, die Mashcine zu demontieren und von A nach B zu transportieren. Nach der Aufstellung am Zielort müssen die Maschinen wieder in den einen betriebsfähigen Zustand gebracht werden. Achsen sind einzustellen, Genauigkeiten sind zu prüfen und Bediener zu schulen.

Bei diesem Projekt wurden von innerhalb Deutschlands drei Schwenkbiegemaschinen, eine Tafelschere, drei Kleincoilanlagen, eine Gesenkbiegpresse und vier Saulenkrane verlagert.
Erfahrung habe ich mit Maschineninbetriebnahmen auch international: China (Kleincoilanlage, mehrfach), Indonesien (Rollercrusher), Russland (Kleincoilanlage), Polen (Gesenkbiegepressen, Kleincoilanlagen ebenfalls mehrfach), Niederlande, Spanien (Kleincoilanlage), Österreich (Gesenkbiegpressen, mehrfach, bei verschiedenen Kunden). Einen wesentlichen Teil der Presseninbetriebnahmen macht die Bedienerschulung aus. Hier bin ich besonders mit Cybelc vertraut.

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Die Presse wurde vom Betreiber 1992 umgerüstet. Wie auf dem Bild zu sehen, waren lediglich vier Schütze erforderlich, um die Maschine zu steuern. Später wurde auf Grund eines Unfalls eine Schutzhaube installiert, die wirksam einen Eingriff in die Gefahrenzone verhindert. Das bietet allerdings nur eine vermeintliche Sicherheit und genügt -wie die Steuerung auch- nicht den Sicherheitsbestimmungen für hydraulische Pressen. Da die Presse nur gelegentlich benutzt wird, war dem Betreiber daran gelegen, die Kosten für die notwendigen Änderungen gering zu halten. Das Sicherheitskonzept blieb erhalten: Solange dieSchutzhaube offen ist, muss bei höchstem Performancelevel gewährleistet sein, dass die Maschine nicht anfährt. Die geschlossene Position der Schutzhaube wird redundant überwacht.

Den Kern der Steuerung bildet ein PNOZmulti, die Überwachung der Schutzhabe erfolgt durch zweikanalige und manipulationssichere Sicherheitsschalter. Die gesamte Umrüstung dauerte inklusive Inbetriebnahme lediglich zwei Tage. Der Schaltplan wurde in Eplan neu erstellt. Der Preis entspricht dem einer Installation einer Fingerschutzmaßnahme. Ein weiterer Vorteil sind geringe Ausfallwahrscheinlichkeit und verbesserte Netzbelastung. Ich habe einen Sanftstarter installiert. Der Pumpenmotor lief bei 22A Nennleistung direkt an, was im öffentlichen Netz unzulässig ist.

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Inbetriebnahmen und Bedienerschulungen

In den letzten Wochen habe ich vermehrt Anfragen für Projekte im Ausland, z.b. für einen Steuerungsumbau an einer Gesenkbiegepresse in Brasilien und eine Maschinenverlagerung nach Thailand  aus der Insolvenzmasse eines Lübecker Unternehmens, erhalten.

Gerade im Bereich Inbetriebnahmen von Gesenkbiegepressen und den entsprechenden Bedienerschulungen habe ich umfangreiche Erfahrungen. Ich kenne mich hervoragend mit den Rechnern von Cybelec aus (zahlreiche Umrüstungen und dauernder Service) und wenigstens gut mit Delem. Inbetriebnahmen und Schulungen in deutsch und englisch waren schon in meiner Zeit als Angestellter ein Teil meines Aufgabengebietes. Ich war mehrfach in China, in Russland, Indonesien. Allein in 2012 war ich drei Mal in Asien.

Fragen Sie gern an, wenn Sie eine Maschine liefern/verlagern und jemanden zur Inbetriebnahme benötigen. Ich reise gern und bin mit den Gegebenheiten in China, Thailand, Korea und Russland vertraut.

Funktionserweiterung einer Kleincoilanlage

Bei einem Kunden in Österreich wurde eine Kleincoilanlage (Bollina) um einen Ausschieber erweitert, nach dem ich im Vorjahr eine Absicherung der Anlage mit Lichtvorhängen vorgenommen habe.

Der Ausschieber ist ein Pneumatikzylinder, der in einem bestimmten Abschnitt des Maschinenzyklus ausfährt. Das für die Auswertung der Sicherheitseinrichtungen zuständige PNOZmulti ist leicht in der Lage die zyklische Steuerung des Zylinders zu übernehmen, so dass die bestehende Steuerung nur erweitert werden musste, was zu kurzen Leitungswegen, geringem Hardware- und Programmieraufwand führt.  Damit konnte die Funktionserweiterung relativ kostengünstig und ohne langen Produktionsausfall realisiert werden. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass der Zylinder sicher angesteuert wird, Kategorie 3, und damit voll in das bestehende Sicherheitskonzept integriert ist.

 

Absicherung des Arbeitsbereiches an Pressen

Bei einem Kunden in Süddeutschland, für den ich seit Jahren Sicherheitsprüfungen mache, habe ich im Laufe von 18 Monaten drei Fischerpressen mit Lichtvorhängen abgesichert.
Die Einbindung erfolgte durch eine Softwareanpassung in der bereits vorhandenen Sicherheits-SPS.
Da aus Produktionsgründen Verletzungsrisiken vor der Presse entstehen (automatischer Blecheinzug) mußten die Lichtgitter weit entfernt installiert und mit einem zusätzlichen Hintertretschutz versehen werden.
Die Schwierigkeit bei derartigen -technisch eher einfachen- Projekten liegt oft im Widerstand der jeweiligen Maschinenbediener. Der Bediener wird aus seinem gewohntem Arbeitsbereich „ausgesperrt“ und ist häufig der Meinung (zum Teil, aber wirklich nur zum Teil zutreffend), dass sich die zusätzliche Sicherheit negativ auf die Stückzahlen auswirkt. Die Realität bei Lichtgittern sieht aber so aus, dass im Zyklus sowieso Wartezeiten für den Bediener enthalten sind und es keine Auswirkung auf die Stückzahlen gibt. Der Bediener befindet sich nur weiter von der Maschine entfernt.

Rechnerumrüstung an einer EHT-Gesenkbiegepresse

Maschine vor der Umrüstung

Diese Maschine wurde für einen Kunden in Berlin von einer DNC 900 auf eine moderne Windowssteuerung (Modeva) umgerüstet. Außerdem wurde auf Kundenwunsch der Galgen, d.h. die Aufhängung der Steuerung, durch ein ergomischeres System von Rittal ersetzt.

In 2011 habe ich für diesen Kunden 4 dieser Umrüstungen an verschiedenenen Standorten in Deutschland durchgeführt. Alle Maschinen sind 15-20 Jahre alt. Die Investition dient der Funktionssicherheit und dem Werterhalt der Maschine.

Außerdem ist die Bedienbarkeit deutlich durch die graphische Oberfläche verbessert.

Es besteht aus meiner Sicht wenig Grund gebrauchte Gesenkbiegepressen durch Neumaschinen zu ersetzten. Sowohl der Rechner als auch der Steuerschrank lassen sich zu überschaubaren Kosten ersetzten und bieten damit alle Vorteile einer neuen Maschine (hohes Sicherheitspotential, geringe Ausfallwahrscheinlichkeiten, Gewährleistung auf die erneuerten Komponenten) zu einem Bruchteil des Preises.

Maschine mit neuem Rechner und Galgensystem

 

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